Numidia

 

Am 6. Juli 1901 startete die SS Numidia mit 97 Mann Besatzung unter dem Kommando von Kapitän J. Craig von Liverpool aus nach Calcutta zu ihrer zweiten Indienreise, bei der das Schiff unter anderem Materialien für den Ausbau des Eisenbahnnetzes der englischen Kolonie an Bord hatte.
Das Schiff durchfuhr den Suez-Kanal in den frühen Morgenstunden des 19. Juli 1901. Bei guter Fahrt wurde die Insel Shedwan, nördlich des heutigen Hurghada, am frühen Abend des selben Tages passiert. Kurz nach zwei Uhr nachts wurde Kapitän Craig vom gewaltigen Aufprall des Schiffs auf das Riff am Nordende von Brother Island mehr als nur unsanft geweckt. Als er dann erschrocken an Deck ging, konnte er wie zum Hohn das Feuer des Leuchtturms direkt über sich blinken sehen! Was war geschehen? Der wachhabende Offizier Merwood war wohl zeitgleich mit seinem Chef eingeschlafen. Der daraus resultierende Kurs führte das Schiff dann in wahrlich traumwandlerischer Sicherheit mitten auf das Nordriff der schmalen Big Brother-Insel. Das Rote Meer ist hier 180 Kilometer breit: Eine maximal hundert Meter breite Insel frontal zu treffen entspricht genau dem Umkehrschluss der Wahrscheinlichkeit, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu bringen!

Das Schiff steckte also im und am schmalen Saumriff fest und alle Bemühungen zur Selbstbefreiung schlugen fehl. In den folgenden Tagen wurde noch versucht, die Numidia mit Hilfe anderer Schiffe frei zu schleppen, was aber misslang. Der Kapitän musste resigniert sein Schiff aufgeben und schickte seine Crew "nach Hause". Er selbst hatte die wenig erfreuliche Aufgabe, noch mehrere Wochen auf der trostlosen Insel zu bleiben und die Bergung der Ladung zu überwachen. Wahrscheinlich in den Winterstürmen 1901/02 wurde das Schiff dann vom Riff gebeutelt und es sank endgültig.


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