GRÜNER SEE

See Seehöhe: 776 Meter max. Tiefe: 8 Meter

Wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht. Das smaragtgrüne Wasser hat nach längeren Trockenperioden eine Sichtweite von gut 50 m. Als Kristallsee oder Bergedelstein wird er bezeichnet, Taucher sprechen von einem der schönsten Tauchgewässer Europas. Im Frühjahr und Frühsommer dringen die Schmelzwasser des Hochschwabs (Kalkstein!) als unterirdische Eiswasserquellen in den See. Man sieht dann die Quellkuhlen, in denen kleine Schlammeruptionen im Wasser stehen. In regenreichen Jahren und nach harten Wintern steigt der Wasserspiegel dann bis auf 8 m an. Genauso verkommt der Grünersee in einem heißen Sommer zur Lacke mit nur 1 m Tiefe, wenn es wochenlang nicht geregnet hat. Der See bildet dann zwei Wasserflächen, weil im hinteren Teil ein kleiner Damm aus den Fluten steigt. Pflanzenbewuchs gibt es so gut wie nicht, dafür bilden sich nach sonnigen Perioden kontrastierende Schleimalgenfelder in den Uferzonen. Faszinierend ist das stellenweise Blau des Wassers. Es rührt einerseits von den großen Kreideflächen am Seegrund her, die ein starkes reflexionsvermögen haben, andererseits von der Transparenz selbst. Badefreuden kann der Grünersee mit nur 6 - 10 °C nicht vermitteln. Auch die Fauna ist artenarm. Im Schlamm kriechen unzählige Köcherfliegenlarven, das Freiwasser beherbergt einige Hochgebirgsforellen, darunter auch Kümmerformen, denn im Winterhalbjahr ist der Grünersee total zugefroren. Verlegen sie sich auf Taucheraufnahmen, man braucht dazu nicht einmal eine Preßluftflasche, wenn kein Hochwasser im Seebecken steht. Obwohl man im Grünersee nichts zerstören kann außer der Sicht, sollten nur kleine Tauchergruppen (max. 5 - 10 Mann) den See gleichzeitig besuchen, sonst kann man die Unterwasserfotografie ad acta legen. Es versteht sich von selbst, daß man mit der gebotenen Umsicht agiert, man ist das diesem Kleinod einfach schuldig. Kein Zweifel, der Grünersee ist eines der klarsten Alpengewässer mit einer märchenhaften Wasserfarbe, und das soll schließlich so bleiben. Fahren sie von Bruck/Mur ins Untertal nach Tragöß, bis die Straße endet. Der Weg zum See ist beschildert. Von Harrys Tauchschule fährt man allerdings 90 km. Parkplätze fast direkt am See gibt es am Gasthaus "Seehof". Wer übernachten will, sollte mit dem Auto zum Seerestaurant "Am Grünen See" fahren. Es liegt auf einer kleinen Halbinsel, besitzt eine Seeterrasse und einige Fremdenzimmer. Zum Schluß noch einen Fotografentip. Im Frühsommer sind die Uferzonen samt der Fußwege und Sitzbänke überschwemmt. Es lassen sich dann ungewöhnliche Tauchperspektiven fotografisch umsetzen, weil der Wald bis ans Ufer reicht. Durchsichtsaufnahmen, Taucher auf Sitzbänken, Landpflanzen unter Wasser, Forellen über Wanderwegen oder Spiegelungen mit Bäumen im Hintergrund.

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